Ein Schlüsselanhänger ist das ideale Feierabend-Projekt: klein genug für einen Fernsehabend, groß genug, um wirklich stolz drauf zu sein. Dieser kleine grüne Dino hat es durch meine ganze Kursrunde geschafft, bevor ich ihn hier zeige – und genau deshalb sind die Rundenzahlen so eng geführt, wie sie sind. Häng dich rein, wir gehen die zehn Schritte gemeinsam durch, mit allem, was zwischen Fadenring und letzter Stachelspitze passieren kann.
Der Start: Material und erster Fadenring

Bevor die erste Masche entsteht, einmal alles auf den Tisch: grünes und cremefarbenes Garn, eine Häkelnadel zwischen 2,5 und 3 mm, Sicherheitsaugen, Füllwatte, ein Schlüsselring, Wollnadel, Maschenmarkierer und eine Schere. Die Nadelstärke auf der Banderole ist bei einem Amigurumi wie diesem nur eine grobe Richtung – entscheidend ist, dass deine Maschen so dicht sitzen, dass später keine Füllwatte durchblitzt.
- Fadenring legen: mit dem grünen Garn einen Magischen Ring bilden.
- 6 feste Maschen (fM) in den Ring häkeln.
- Ring zuziehen, Rundenanfang markieren.
Auf dem Foto siehst du genau diesen Moment: die Nadel im lockeren Ring, kurz bevor aus einem Fadenknäuel ein Körper wird.
Kopf und Körper wachsen in der Spirale

Wir häkeln jetzt in Spiralrunden ohne Kettmaschen – das heißt, du häkelst einfach im Kreis weiter, ohne die Runde mit einer Kettmasche zu schließen. Das ergibt später eine glattere Oberfläche, was bei einem kleinen Gesicht wie diesem den entscheidenden Unterschied macht.
So wächst der Kopf
- Rd 2: jede Masche verdoppeln (zun) = 12 M
- Rd 3: (1 fM, zun) x6 = 18 M
- Rd 4: (2 fM, zun) x6 = 24 M
fM steht für feste Masche, zun für zunehmen – zwei Maschen in eine Schlinge. Nach Runde 4 hast du 24 Maschen, und du siehst auf dem Bild schon eine kleine Halbkugel, die eindeutig anfängt, ein Kopf zu werden.
Augen setzen und die Form spüren

Die Runden 5 bis 8 bleiben gleich: jeweils 24 feste Maschen, ohne Zu- oder Abnahmen. Genau zwischen Runde 6 und 7 kommen die Sicherheitsaugen dran – da ist der Kopf breit genug, dass die Augen nicht zu eng zusammenrutschen.
Kleine Randnotiz aus dem VHS-Kurs: Sabine und Jörg haben genau an dieser Stelle nachgefragt, ob Sicherheitsaugen sein müssen. Für einen Erwachsenen-Schlüsselbund: ja, gerne. Ist der Anhänger für ein Kind unter drei Jahren gedacht, ersetzt du die Augen durch aufgestickte Fadenaugen – die Kunststoffscheiben auf der Rückseite sind sonst ein Verschluckungsrisiko.
Nach dem Einsetzen wird leicht mit Füllwatte gestopft und in Runde 9 auf (2 fM, abn) x6 = 18 M reduziert. Auf dem Foto siehst du den Kopf schon mit Blick – der Moment, in dem aus der grünen Kugel plötzlich ein Gesicht wird.
Körper schließen

Weiter geht es mit dem Stopfen – ruhig etwas fester als beim Kopf, damit der Körper später stehen kann, ohne einzuknicken.
Ein Amigurumi, das in der Hand wabbelt statt Form zu halten, ist fast immer zu locker gestopft – nicht zu locker gehäkelt.
- Rd 10: (fM, abn) x6 = 12 M
- Rd 11: 12 feste Maschen, ohne Änderung
- Rd 12: 6 Abnahmen, Öffnung schließen
Faden sichern und gut vernähen – die Nähte verschwinden zwischen den Maschen, wenn du die Wollnadel schräg statt gerade durchführst. Auf dem Bild ist der Hauptkörper fertig: eine kleine grüne Tropfenform, bereit für Beine, Arme, Schwanz und Stacheln.
Beine für einen standfesten Dino

Jetzt wird es kleinteilig, aber genau das macht den Dino lebendig. Für beide Beine gilt dasselbe Schema:
- 6 feste Maschen in den Fadenring, je zweimal
- 1 Runde feste Maschen ohne Zunahme
- Faden lang lassen zum Annähen
Beide Beine unten am Körper festnähen – und zwar so, dass der Dino tatsächlich stehen kann, wenn du ihn auf den Tisch stellst. Das ist keine Optik-Frage, sondern Statik: sitzen die Beine zu weit vorn oder zu eng zusammen, kippt die ganze Figur nach vorn. Auf dem letzten Bild in diesem Schritt steht er schon, ganz allein, auf seinen vier kleinen Füßen.
Arme ansetzen

Die Arme sind noch kleiner als die Beine: 2x 5 feste Maschen in den Fadenring, dann 2 Runden feste Maschen ohne Zunahme, Faden lang lassen. Bevor du festnähst, leg beide Arme kurz nebeneinander – so fällt sofort auf, wenn einer eine Runde mehr oder weniger hat als der andere, und das kannst du noch korrigieren, bevor die Nadel durch den Körper geht.
Angenäht werden die Arme seitlich am Körper, ungefähr auf Höhe der Augen. Auf dem Foto siehst du den kleinen Dino schon mit beiden Armen – die Proportion kippt hier merklich Richtung niedlich, das ist völlig normal und genau der Punkt, an dem die Figur anfängt, einen eigenen Charakter zu bekommen.
Der Schwanz bekommt Schwung

Für den Schwanz häkelst du 4 feste Maschen in den Fadenring und darauf 1 Runde feste Maschen – insgesamt also 8 fM in einer kleinen, länglichen Röhre. Leicht biegen, bevor du ihn annähst: einfach zwischen den Fingern sanft in Form drücken, das Garn merkt sich die Krümmung von selbst, sobald es ein paar Minuten so liegt.
Angenäht wird der Schwanz hinten unten am Körper, leicht nach oben gebogen. Auf dem Bild erkennst du die charakteristische Schwungform schon deutlich – kein gerader Stummel, sondern ein kleiner, lebendiger Schweif.
Stacheln und der Blick aufs große Ganze

Für den letzten Sichtbarkeits-Kick häkelst du 6 bis 7 kleine Spitzen – winzige Dreiecke, die du der Reihe nach von Kopf bis Rücken aufsetzt. Sie müssen nicht perfekt gleich groß sein; auf dem Foto siehst du, dass auch die etwas schiefe Spitze in der Mitte am Ende völlig verschwindet, sobald alle zusammen auf dem Rücken sitzen.
So verteilst du sie richtig
- Erste Spitze mittig auf dem Kopf ansetzen.
- Restliche Spitzen im gleichmäßigen Abstand Richtung Rücken weiterführen.
- Letzte Spitze kurz vor dem Schwanzansatz platzieren.
Das cremefarbene Garn aus der Materialliste kommt übrigens erst im nächsten Schritt zum Einsatz, für einen kleinen Bauchfleck – aber Kopf, Beine, Arme, Schwanz und Stacheln sind an dieser Stelle bereits ein fertiger, eigenständiger kleiner Dino, den du auch ohne Bauchapplikation an den Schlüsselring hängen kannst.
Zehn kleine Schritte, ein grünes Knäuel und am Ende steht ein Dino auf dem Tisch, der eindeutig einen eigenen Kopf hat. Häng ihn an den Schlüsselbund, an die Schultasche oder erstmal nur auf die Fensterbank – er hat sich die Aufmerksamkeit verdient.

- Material

Häufige Fragen
Kann ich den Dino auch ohne Sicherheitsaugen häkeln?
Ja, das geht sogar besser für Baby- und Kinderspielzeug: Statt der Kunststoffscheiben stickst du zwei kleine Punkte mit schwarzem Garn auf, dann gibt es kein Verschluckungsrisiko.
Wie viel Garn brauche ich ungefähr für einen Anhänger?
Für Kopf, Körper, Beine, Arme, Schwanz und Stacheln reichen etwa 25 Gramm grünes Garn plus eine kleine Restemenge Creme für die spätere Bauch-Applikation völlig aus.
Wo nähe ich den Schlüsselring am besten fest?
Am stabilsten sitzt er, wenn du ihn direkt in die letzte geschlossene Öffnung am Kopf einarbeitest, dort wo der Faden ohnehin schon vernäht wird.






