Mein Papa hätte an diesem kleinen Kerl seine wahre Freude gehabt – gruffe kleine Tiere waren immer seine Spezialität, auch wenn er nie einen Dino gehäkelt hat. Ich zeig dir heute, wie aus einem lavendelfarbenen Restknäuel, ein bisschen Weiß und Schwarz und einem F/3,5-mm-Haken ein Mini Triceratops Amigurumi entsteht, der so klein ist, dass er locker in eine Handfläche passt. Setz dich, hol dir deinen Haken, wir gehen das in der Reihenfolge durch, wie ich es auch meiner VHS-Kursrunde zeige.
Welches Garn passt für den Mini-Dino
Bevor der Haken überhaupt in die Hand kommt, kurz zur Garnfrage – die stellt mir jede zweite Kursteilnehmerin. Für ein Amigurumi dieser Größe brauchst du kein teures Fachgeschäftsgarn, sondern vor allem eines: eine gleichmäßige Lauflänge, damit deine Maschen dicht und die Füllwatte unsichtbar bleibt.
- Discounter-Acryl (ca. 120 m/50 g): völlig ausreichend, waschmaschinenfest, ideal für Kinderspielzeug
- Mittelklasse-Mischgarn: etwas weicherer Griff, gute Farbbrillanz, minimal teurer
- Baumwollreste aus der Kiste: strukturierter, etwas fester in der Maschenprobe – lohnt sich, wenn du sowieso welche zu Hause hast
Wichtig ist nur: Garnstärke einheitlich, sonst wird der Körper an einer Stelle löchriger als an der anderen.
Das Material auf einen Blick

Auf meinem Fotoblatt liegt genau das, was du brauchst, sortiert wie ich es dir auch in der Häkelecke hingelegt hätte: ein Knäuel lavendelfarbenes Garn für den Körper, ein kleiner Weißer für die Hornflecken, ein bisschen Schwarz für Details, dazu Füllwatte, zwei Sicherheitsaugen, eine Wollnadel, eine kleine Schere und mein lila F/3,5-mm-Haken mit dem ergonomischen Griff, den Stefan mir überredet hat.
Meine Maschenprobe-Regel für Amigurumi: Häkle enger, als die Banderole vorschlägt. Auf dem Etikett steht meist 4 mm – ich greife für dieses Figürchen bewusst zur 3,5-mm-Nadel, damit die Maschen sich schließen und keine Watte durchschimmert.
Die Banderole macht einen Vorschlag. Deine Maschenprobe sagt die Wahrheit.
Der Start: Magischer Ring für den Körper

Jedes Amigurumi beginnt bei mir gleich: mit dem Magischen Ring, weil er im Gegensatz zu Luftmaschenketten kein Loch in der Mitte lässt. Auf dem Foto siehst du genau den Moment, in dem die ersten festen Maschen in den Ring gearbeitet werden – noch flach, noch ohne jede Wölbung, aber genau hier entscheidet sich schon, wie rund dein Körper später wird.
Zieh den Fadenanfang nach der ersten Runde straff an, bevor du weiterarbeitest. Wer das vergisst, hat später ein kleines Loch am Bauch, durch das die Füllwatte lugt – mir in Kurs zwölf schon x-fach begegnet, halb so wild, einfach mit der Fadenspitze nachziehen.
Körper häkeln und stopfen

Runde für Runde wächst jetzt die kleine Kuppel – auf dem Bild ist gut zu erkennen, wie sich die Zunahmerunden zu einer runden Wölbung formen und wie die Füllwatte schon portionsweise eingearbeitet wird, lange bevor die letzte Runde geschlossen ist. Genau so mache ich es auch: lieber früh und in kleinen Portionen stopfen, statt am Ende alles auf einmal hineinzustopfen.
- Gleichmäßig verteilen: mit den Fingern von innen die Watte an die Rundung drücken
- Nicht zu straff: der Körper darf sich noch leicht eindrücken lassen, sonst reißt später die letzte Reihe
- Kontrollieren: von außen auf Beulen und Dellen abtasten, bevor du zunähst
So bleibt die Form auch nach Jahren im Regal noch schön rund.
Kopf mit Schnauze häkeln

Während der Kopf noch als flache Runde in der Hand liegt, siehst du im Hintergrund schon, wohin die Reise geht: den fertigen Körper mit Kamm und Hornflecken, den ich als kleine Referenz danebengelegt habe – bei dir liegt jetzt natürlich erst der schlichte lila Körper ohne all das. Der Kopf selbst bekommt in den mittleren Runden eine leichte Verlängerung nach vorn, damit die charakteristische Triceratops-Schnauze entsteht, statt einer schlichten Kugel.
Noch nicht stopfen – erst wenn Kopf und Körper in der passenden Größe zueinander liegen, geht es an die Füllung. Vergleiche beide Teile immer wieder nebeneinander, das erspart dir das spätere Auftrennen, wenn der Kopf plötzlich größer als der Körper wirkt.
Kopf an Körper annähen

Der Moment, in dem aus zwei Teilen ein Tier wird
Beide Teile sind jetzt gestopft, der Kamm fehlt noch, die Frillkante ist noch glatt und unbehäkelt – genau so, wie du es auf dem Foto siehst. Ich nähe den Kopf mit dem gleichen Garn an, mit dem der Körper gehäkelt wurde, Masche für Masche in die hintere Schlinge der letzten Kopfrunde, und ziehe erst am Ende straff an.
Meine Kontrollfrage vor dem Festnähen: Sitzt der Kopf leicht nach vorn geneigt? Ein Triceratops schaut nicht nach oben, sondern knapp nach vorn-unten, wie ein grasender Zwerg. Kleine Korrektur beim Ansetzen macht hier den Unterschied zwischen niedlich und schief.
Der Kamm entsteht: Bobbelstiche für den Rückenkamm

Jetzt kommt der Teil, der aus einer runden Kugel überhaupt erst einen Dino macht. Auf dem Foto ist die eine Hälfte des Kamms schon mit kleinen, dreieckigen Bobbelstichen besetzt, die andere liegt noch glatt und bare da – so kannst du gut sehen, wie viel Struktur so ein paar Büschelmaschen in Serie ausmachen.
- Bobbelstich: mehrere unvollendete Stäbchen in dieselbe Masche, dann gemeinsam abmaschen – das ergibt die kleine Zacke
- Abstand halten: jede zweite oder dritte Masche der Rückenrunde reicht für einen luftigen, nicht überladenen Kamm
- Fadenspannung: etwas straffer ziehen als sonst, sonst wirken die Zacken schlapp statt aufrecht
Häkle die Reihe konzentriert in einem Rutsch durch – ständiges Unterbrechen führt bei mir selbst noch zu ungleichmäßigen Zackenhöhen.
Augen einsetzen und Hornflecken sticken

Hier wird der Blick lebendig: die schwarzen Sicherheitsaugen sitzen bereits, ein weißer Hornfleck ist fertig gestickt, der zweite noch mit der Nadel im Zustand des Werdens – genau die Phase, in der aus einem gesichtslosen Kopf plötzlich ein Charakter entsteht.
Sicherheitshinweis, den ich in jedem Baby- und Kindermuster wiederhole: Sicherheitsaugen sind für Kinder unter drei Jahren tabu, hier gehören ausschließlich gestickte Augen aus Garn hin, auch wenn das Ergebnis minimal weniger glänzt. Für Deko im Erwachsenenregal sind die Kunststoffaugen aus meinem Fotoblatt völlig unproblematisch, solange die Unterlegscheibe fest auf der Innenseite sitzt.
Die Hornflecken sticke ich in Geradstich, dicht an dicht, damit kein lila Untergrund durchschimmert.
Das fertige Mini-Triceratops

Und da sitzt er: rundlich, aufrecht, mit einem Kamm aus kleinen strukturierten Zacken und zwei weißen Hornflecken über den dunklen Augen. Genau dieses fertige Bild zeigt, warum sich die Mühe mit dem Bobbelstich gelohnt hat – ohne Kamm wäre es ein niedlicher lila Klumpen, mit Kamm ist es eindeutig ein Dino.
Maße zur Orientierung: bei F/3,5 mm und Wollstärke wie im Material wird die Figur etwa 8 bis 9 cm hoch und passt bequem in eine Kinderhand oder aufs Regalbrett neben andere Amigurumi-Tiere.
Wenn deiner am Ende etwas schiefer sitzt als meiner – herzlich willkommen im Club, Herr Wolle inspiziert auch bei mir jedes Foto-Setup und verschiebt gern eine Figur, bevor der Auslöser klickt.

- Material
- Werkzeug

Zum Schluss
So ein kleiner Dino braucht keinen ganzen Nachmittag, aber ein bisschen Geduld beim Kamm – der Rest ist reine Häkelroutine. Und wenn's hakt: Du weißt, wo die Ecke ist. Deine Katja 🧶🪑
Was Leser oft fragen
Welche Nadelstärke brauche ich wirklich für den Mini Triceratops?
Auf der Banderole steht meist 4 mm, ich empfehle für ein dichtes Amigurumi-Gefüge aber eine F/3,5-mm-Nadel. Häkle immer erst ein Probestück und schau, ob die Watte durchschimmert – dann eine Nummer kleiner greifen.
Kann ich das Garn gegen Baumwolle austauschen?
Ja, achte dabei auf eine ähnliche Lauflänge um die 120 m/50 g. Baumwolle ergibt eine etwas festere, strukturiertere Oberfläche, was dem Kamm sogar zusätzliche Kontur verleiht.
Wie bekomme ich den Kopf gerade angesetzt?
Nähe zunächst nur zwei Gegenpunkte fest, halte die Figur hoch und prüfe die Neigung, bevor du ringsum vernähst. So kannst du vor dem letzten Stich noch korrigieren.






